klinergie 2020

Energiebedarf im Krankenhaus

Energie wird im Krankenhaus durch verschiedene Energieträger (Heizöl, Erdgas, teilweise noch Kohle, vereinzelt regenerative Energiequellen ) bereitgestellt und in Form von Wärme (v.a. Heizung und Lüftung), Kälte (Klimaanlagen, Kühl- und OP-Räume) und Strom (Betrieb der medizinischen und technischen Anlagen und Gebäudeausrüstung, Beleuchtung, Aufzüge etc.) in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Der Einsatz verschiedener Energieträger bedingt wiederum verschiedene Anlagentechniken, die Verknüpfung der einzelnen Energieformen wird von der Abnahme- und Infrastruktur eines Krankenhauses bestimmt. Da diese schon allein wegen der Größe und Versorgungsaufgabe eines Krankenhauses sehr unterschiedlich ist, können die hier vorgestellten Maßnahmen nicht verallgemeinert, sondern müssen entsprechend den Strukturen eines Krankenhauses individualisiert werden. 

Denn der Energiebedarf eines Krankenhauses wird nicht nur von Größe und Versorgungsaufgabe bestimmt, sondern auch von Rahmenbedingungen wie Bauart und Zustand der Gebäude, den eingesetzten Energieträgern, der Auslastung, technischen Ausstattung und dem Betrieb und der Wartung der technischen Anlagen. Deshalb ist die Ermittlung krankenhausspezifischer Kennwerte - üblicherweise auf die Nutzfläche bzw. die Bettenzahl bezogen - für Wärmebedarf und Stromverbrauch sehr komplex und kompliziert. Derzeit läuft ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts UMSICHT, das anhand der Untersuchung von Energieeffizienz in 20 Krankenhäusern ein Benchmarking für diese Branche erstellt. Die Krankenhäuser erhalten so Orientierungsgrößen, mit denen sie ihre eigenen Verbrauchswerte vergleichen können - eine Grundlage für ein zu schnürendes Maßnahmenpaket, sollten diese von den Durchschnittswerten erheblich abweichen.

Die geplanten Maßnahmen zur Energieeinsparung müssen das Ziel der Wirtschaftlichkeit und des Umweltschutzes mit den jeweiligen krankenhausspezifischen Anforderungen an die Energieversorgung in Einklang bringen. Neben Maßnahmen im Bereich der technischen Anlagen und der Gebäudehülle stellen insbesondere auch organisatorische Maßnahmen sowie das Nutzerverhalten eine wichtige Möglichkeit, Energie einzusparen.