klinergie2020 - Thema Kälteversorgung
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Basis-Informationen Kälteversorgung

Lüftung

Besonders Krankenhäuser stellen hohe Anforderungen an die Ausstattung und Leistung der raumtechnischen Anlagen. Es muss sichergestellt werden, dass eine Kontamination der Raumluft auf ein Minimum reduziert wird und strenge Richtwerte für die Raumluft eingehalten werden. Aber nicht nur Keimarmut muss gewährleistet werden, sondern auch Staub, Narkosegase und Geruchsstoffe müssen mit einer entsprechenden Lüftungsanlage eingedämmt werden. Dies gilt insbesondere für OP-Räume, Intensivstationen, Kreißsäle und Säuglingsstationen.

Trotz der hohen Anforderungen weisen viele Lüftungsanlagen in Krankenhäuser Mängel auf. Diese können häufig durch eine regelmäßige Überprüfung der Anlagen auf ihre Funktion und Regelgenauigkeit vermieden werden. Auch einwandfrei arbeitende Anlagen können beispielsweise durch den Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen optimiert werden. Bei Lüftungs- und auch Klimaanlagen können sogar Einsparpotenziale von 30 bis 50 % erzielt werden. Optimierungsmöglichkeiten bieten insbesondere die Kälteversorgungseinrichtungen, aber auch eine einfache Reduzierung der Raumtemperatur und des Luftwechsels ergeben weitere effiziente Einsparmöglichkeiten.

Kühlung

Der Energiebedarf für Kälte und Klimatisierung steigt weltweit kontinuierlich an. Auch unter deutschen Klimabedingungen ist eine aktive Klimatisierung in vielen Bereichen erforderlich. Alleine 14% des Stromverbrauches werden bereits für die Kühlung eingesetzt, was 5,8% des Primärenergiebedarfes entspricht.

In Krankenhäusern ist eine Kühlung beispielsweise in Operationssälen und in Krankenhausküchen zwingend erforderlich. Auch in Innenräumen, in denen Beleuchtungsanlagen mit hoher Beleuchtungsstärke installiert sind oder in Räumen, in denen Rechneranlagen eine große Wärmeentwicklung verursachen, besteht die Notwendigkeit einer zusätzlichen Kühlung. Im Bereich der Kälteversorgung von Kliniken besteht daher ein großes Potenzial, die Energieeffizienz zu steigern. Durch die große Vielfalt von Verbesserungsmöglichkeiten bietet die Kälteerzeugung eine Reihe von Ansatzpunkten zur energetischen Optimierung.

Aber nicht nur bei der Auswahl verschiedener Techniken zur Kälteversorgung ergibt sich ein großes Potenzial zur Energieeinsparung, sondern auch bereits bestehende Anlagen können durch geeignete Betriebsweise und Optimierung von Bedienung und bedarfsangepasster Regelung wesentlich wirtschaftlicher betrieben werden. Eine zentrale Steuerung zur automatischen Kontrolle und Regelung der Betriebsparameter kann darüber hinaus sinnvoll sein. Eine Verringerung der Betriebskosten und eine Erhöhung der Versorgungssicherheit kann beispielsweise durch den Einbau eines Eisspeichers erreicht werden. Während Schwachlastzeiten kann dieser mit günstigen Niedrigstromtarifen geladen werden und dann während der Starklastzeiten die Kälte abgeben.

Das Funktionsprinzip aller Kältemaschinen basiert auf der Ausnutzung von Verdunstungskälte (adiabate Kühlung), die immer dann entsteht, wenn eine Flüssigkeit (das Kühlmittel) verdampft. Dieser physikalische Prozess entzieht der Umgebung Wärme und senkt auf diese Weise die Umgebungstemperatur. Wird diese Kältewirkung auf Trägermedien wie Luft oder Wasser übertragen, kann sie zur Kühlung von Räumen verwendet werden. Auch die Wärme der Abluft kann genutzt werden, um Verdunstungskälte zu erzeugen, die dann zur Kühlung der angezogenen Frischluft verwendet wird.


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