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Energieeffizienz von Nicht-Wohn-Gebäuden

Der Gebäudesektor ist verantwortlich für über 40% des europäischen Energieverbrauchs. Gleichzeitig liegt das Energie-Einsparpotenzial im Bereich der Betriebsführung, d.h. im Bereich nicht- bzw. gering investiver Maßnahmen, bei 5-30%. Dies gilt insbesondere für den Bestand an Nicht-Wohngebäuden.

Allerdings ist es heute im Bereich der technischen Anlagen für Gebäude gängige Praxis, dass keine kontinuierliche Überwachung im Sinne der Sicherstellung oder Erreichung eines energieeffizienten Betriebs stattfindet. Wartung beschränkt sich lediglich auf die Sicherstellungen der prinzipiellen Funktionalität (z.B. „warme“ bzw. „kühle“ Räume). Selbst bei Neubauten wird ein energieoptimierter Betrieb durch die Inbetriebnahme oftmals nicht erreicht. Häufig resultiert daraus ein Betrieb der gebäudetechnischen Anlagen weitab ihres energetisch / ökonomischen Optimums. Gleichzeitig fehlen dem Besitzer bzw. Betreiber der Anlagen oft die notwendigen Werkzeuge, das notwendige technische Know-How und/oder Kapital, um eine Verbesserung zu erreichen.

Für die Identifikation der genannten Einsparpotenziale und zur Erreichung eines nachhaltigen – das heißt dauerhaft energieeffizienten – Gebäudebetriebs sind neue Ansätze im Bereich des Energiemanagements notwendig, die auf kontinuierliche und weitgehend automatisierte Fehlererkennung, -Diagnose und Optimierung setzen. Entsprechende Verfahren sind im Bereich technisch bzw. wirtschaftlich kritischer Prozesse (z.B. Nukleartechnik, Luftfahrt, chemische Industrie) üblich, spielen im praktischen Gebäudebetrieb bislang jedoch keine Rolle.

In der Praxis treten regelmäßig folgende Probleme auf:


Datengrundlage

Kosten

Durch die genannten Einschränkungen wird die Ermittlung der möglichen Einsparpotenziale erschwert. Insgesamt fehlt eine kostengünstige Methode zur Betriebsanalyse und –Optimierung von Gebäuden, die die Beschränkungen der Praxis berücksichtigt und es dennoch ermöglicht, gebäudespezifische Optimierungspotenziale zu erkennen.

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme entwickelt im Rahmen mehrerer Projekte entsprechende Methoden und Werkzeuge. Neben einer Systematik zur Analyse von Nichtwohngebäuden und Richtlinien bezüglich der notwendigen messtechnischen Ausstattung und Analyse werden Software-Werkzeuge entwickelt, die den Gebäude Betreiber bei der Analyse unterstützen sollen.

 

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Stufe 4

Benchmarking

Bestandsdatener-fassung und Zertifizierung

Analyse und Optimierung

Betriebsüberwachung

Grobe Zusammenstellung Verbrauchs- und Bestandsdaten. Erste Einordnung / erste Baseline.

Detaillierte Bestandsdatenerfassung und Erstellung des Bedarfsausweis (DIN 18599)

Analyse des Gebäudebetriebs, Identifikation und Umsetzung von Einsparmaßnahmen, Optimierung des Betriebs

Aufrechterhalten des optimierten Betriebs

Erste Einordnung /
erste Baseline

Bedarfsausweis

Theoretischer Zielwert

Messdaten sind verfügbar

Fehlerfreier / optimierter Betrieb

Nachweis der Energieeinsparung

Nachhaltig energieeffizienter Betrieb

 

Die Werkzeuge umfassen folgende Funktionalitäten:


Die Praxistauglichkeit der Werkzeuge wird anhand des Einsatzes in 18 Demonstrationsgebäuden im deutschen und europäischen Maßstab getestet.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.buildingeq.eu und
www.modben.org.

Kontakt:


Fraunhofer-Institute for
Solar Energy Systems
Heidenhofstrasse 2
D-79110 Freiburg

Tel:  +49(0)761/4588-0

  www.ise.fraunhofer.de

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