klinergie2020 - Die Themen im Überblick
viamedica - Stiftung für eine gesunde Medizin

Hintergründe

Nicht nur diverse Gesundheitsreformen und zahlreiche Veränderungen der letzten Jahre, sondern v.a. auch die rasant steigenden Energiepreise, Personalkosten und die zunehmende Konkurrenz der Häuser untereinander, setzen die Kliniken unter einen enormen Kostendruck. Der Deutsche Städtetag hat im Juni 2008 eine „dramatische Finanzsituation“ der Krankenhäuser diagnostiziert. Dies belastet zunehmend die Patientenversorgung und die Arbeitsbedingungen für die Angestellten. Deshalb sollten vielfältige Überlegungen angestellt werden, wie dem Druck entgegengesteuert und eine Kostenreduzierung realisiert werden kann.

Zwar stehen bei einer Prüfung der Einsparpotenziale bei den Betriebskosten hauptsächlich die Personalkosten im Mittelpunkt. Aber auch wenn die Energiekosten mit einem Anteil von ca. 3% an den Gesamt- und ca. 10% an den Sachkosten auf den ersten Blick nur einen geringen Anteil an der Kostenlast darzustellen scheinen, so  zeigen doch die absoluten Zahlen, dass auch hier das Einsparpotenzial enorm ist – gerade unter dem Aspekt der ständig steigenden Energiepreise. Liegen doch derzeit z.B. die durchschnittlichen Energiekosten für ein 600-Betten-Haus bei einer Million Euro.

Die jährlichen Gesamtausgaben der rund 2.100 deutschen Krankenhäuser liegen bei rund 60 Milliarden Euro. Ca. 1,5 Milliarden Euro davon entfallen auf den Energieverbrauch. Durchschnittlich werden pro Bett und Jahr ca. 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme verbraucht - das entspricht dem Jahreswärmebedarf von zwei neueren Einfamilienhäusern. Dementsprechend hochgerechnet werden pro Krankenhaus in Deutschland jährlich 500.000 Euro für Energie ausgegeben. Je nach Alter und Größe der Krankenhäuser könnten Schätzungen zufolge rund 40% Strom und 32% Wärme eingespart werden, natürlich auch abhängig vom Zustand der bestehenden Anlagen, die teilweise doch sehr sanierungsbedürftig sind.

Das bedeutet: Energiesparmaßnahmen werden praktisch zu einer zwingenden Notwendigkeit, um Kosten zu senken und die Qualität der Leistungen zu gewährleisten oder zu verbessern. Nicht zuletzt stellt ein rationeller Umgang mit Energie aber auch einen notwendigen Beitrag zur Umweltentlastung dar und trägt zur Schonung knapper Ressourcen bei. 

Deshalb konzipierte die Stiftung viamedica, die 2002 von Umweltpreisträger Prof. Dr. Franz Daschner gegründet wurde, die Informationskampagne KLINERGIE 2020. Diese bietet kompakt und übersichtlich Ideen, Anregungen, Impulse sowie einen Überblick über Möglichkeiten und KnowHow, wie dieses Einsparpotenzial im Energiebereich gezielt genutzt, wirtschaftlich erschlossen und finanziert sowie umgesetzt werden kann, und zwar sowohl durch Energieeffizienzmaßnahmen wie auch durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Denn durch die steigenden Energiepreise verkürzen sich die Amortisationszeiten für Investitionen im Energiebereich erheblich. Allein in den letzten Jahren sind sie bereits um 20% gefallen.

 

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Stimmen

Dr. Klaus Töpfer

„Bedenkt man, dass ein Krankenhausbett pro Jahr ca. 6.000 kWh Strom und 29.000 kWh Wärme verbraucht – und davon gibt es immerhin mehr als 500 000 alleine in Deutschland - kann die Bedeutung der Informationskampagne Klinergie 2020 gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn je nach Alter und Größe der Krankenhäuser und je nach Zustand der bestehenden Anlagen könnten rund 40% Strom und 32% Wärme eingespart werden. So wünsche ich der Kampagne einen durchgreifenden Erfolg!“

Dr. Klaus Töpfer
Vorsitzender des deutschen Teils des UN-Netzwerks Sustainable Development Solutions Network